Die Bierhefe
Um 1920 herum schickt das Gesundheitsamt in Washington Dr. Joseph Goldberger,
einen Bakteriologen, an den Mississippi. Es sind aber keine Bakterien oder
Viren,
die den Mais verseucht haben und die Menschen krank machen. Goldberger
gibt den
Menschen zum Mais als Ergänzung Bierhefe und sie werden gesund. Die
karge einseitige
Ernährung war schuld. Dass fehlende Vitamine und Spurenelemente
Ursache der
Krankheit waren, hat man damals noch nicht gewusst.
Hefen gehören zu Mikroorganismen. Louis Pasteur hat die kugeligen Einzeller als
erster
unter dem Mikroskop gesehen. Diese Kleinstlebewesen sind auf der einen
Seite autonom,
sie unterhalten einen selbständigen Zellstoffwechsel. Auf der
anderen Seite sind sie aber
stark von einer anspruchsvollen Nährlösung abhängig,
wenn sie sich vermehren sollen.
Im Falle von Bierhefe
Saccaromyces cervisiae ist das
angekeimte Getreide oder auch
die Melasse. Vielfältige Enzyme machen aus dem
ruhenden Getreidekorn beim Keimen
ein hochvitales Lebensmittel, von dem die
Hefezellen profitieren.
Bierhefe – ein altes Nährmittel der Menschheit
Bereits in der Hochkultur der Sumerer kannte man den Nährwert der Bierhefe.
Bier
galt als nährstoffhaltiges Getränk. Es konnte damals noch nicht so gründlich
gefiltert
werden wie heute, so wurde der hefehaltige Bodensatz mitgetrunken.
Bei
den Ägyptern galt der Schlamm des Bieres gar als Arznei. Und im Mittelalter
nutzten
die Klosterbrüder den Gerstensaft als Medizin. Heute können wir die
Inhaltsstoffe
der Bierhefe im Labor untersuchen.
Bierhefe enthält:
Vitamine der B-Gruppe: B1, B2, B6, B12, Niacin, aber auch Pantothensäure und
Folsäure,
die die Hefe so wertvoll machen. B-Vitamine sind unentbehrlich für den
gesamten
Stoffwechsel, für Gehirn und Nerven, Haut und Haare, Knochen- und
Zahnbildung.
Mögliche Wirkungen
Ein weiterer Stoff in der Bierhefe ist das Cholin. Zwar kann der Körper diese
Verbindung in
der Leber selber herstellen, diese Eigensynthese muss jedoch durch
Nahrungs-Cholin
ergänzt werden. Cholin ist lebensnotwendig für die elastische
Struktur der Zellwände,
aber auch für die Signalübertragung von Zelle zu Zelle
und für die Bildung von Botenstoffen.
Nachlassende Gehirnleistungen und
mangelndes Erinnerungsvermögen im Alter werden
mit eingeschränkter
Cholin-Syntheseleistung in Zusammenhang gebracht. Die gezielte
Zufuhr von Cholin
führt zu einer Verbesserung von Nerven- und Gedächtnisleistung. Auch
die
verschiedenen Stoffe in der Bierhefe, die wir bereits als Radikalenfänger
kennengelernt
haben, wirken als Schutzfaktor. Besonders Glutathion gilt als
Wunderwaffe gegen vorzeitiges
Altern und chronische Leiden. Die Zahl der
Alzheimerpatienten nimmt ständig zu. Mit einer
gezielt eingesetzten,
wirkstoffreichen Kost kann hier viel vorgebeugt werden. Bierhefe ist
ein wahres
Kraftpaket an Wirkstoffen.